Amazon-Ansiedlung ist eine großartige Chance für Winsen!

Amazon-Lager
Foto: Álvaro Ibáñez

1500 reguläre Arbeitsplätze, die sich saisonal sogar auf bis zu 3000 steigern können – wer nicht von allen guten Geistern verlassen ist, begreift die Idee, dass sich Amazon in unserer Stadt ansiedeln könnte, als eine der großartigsten Chancen, die der Standort Winsen je hatte.

„Die FDP steht uneingeschränkt hinter dem Vorhaben, auch wenn die sich daraus ergebenden Probleme gelöst werden wollen, allen voran die Verkehrsbelastung,“ sagt Knut Tietgen, der sich im Ortsverband auf die Verkehrspolitik konzentriert.

Die langjährige und auch im aktuellen Wahlprogramm wieder aufgegriffene FDP-Forderung, die Osttangente um Luhdorf, Pattensen und Scharmbeck herum zu verlängern, bekommt damit einmal mehr Aktualität. Notwendig findet die FDP Winsen dies schon lange. Spätestens aber, wenn Amazon mit seinen angekündigten 350 Fahrten pro Tag kommt, kommen wir an entschlossenen und zuende gedachten Lösungen in diesem Bereich nicht mehr vorbei.

Auch die von uns und anderen immer wieder geforderte Sperrung der Dorfstraßen für den Schwerlastverkehr ist hier keine Lösung, da der Amazon-Verkehr eben nur zu einem Bruchteil aus LKW bestehen wird. Die Verlängerung der Osttangente muss jetzt also mehr denn je angegangen werden. Für die FDP bieten die Amazon-Pläne daher auch die Chance, dieses für Winsen so wichtige Verkehrsprojekt zu beschleunigen.

Bis es soweit ist, ist Pragmatismus gefragt. Die Genehmigung mit Auflagen zu versehen dürfte nach Einschätzung von FDP-Ratsherr Nino Ruschmeyer rechtlich zwar nicht halten. „Aber bis die Umgehung fertig ist, werden wir uns dem Unternehmen gegenüber dafür stark machen, dass An- und Abfahrten direkt über die A39 erfolgen,“ so Ruschmeyer.

Nicht nachvollziehen kann der Ortsverband, dass mancher politischer Wettbewerber sich angesichts solcher Chancen umgehend grundsätzlich gegen die Ansiedlung von Logistikern wendet. Wer meint, dass sich ein vergleichbar großer Arbeitgeber des produzierenden Gewerbes in einer für Logistik geplanten und gebauten Halle ansiedeln würde und deshalb eine Amazon-Ansiedlung rundweg ablehnt, denkt realitätsfern und stellt seine persönlichen Wunschvorstellungen über die Interessen Winsens und seiner Bürger.

Für die FDP ist und bleibt Amazons Interesse an unserer Stadt ein Glücksfall für Winsen.

2 Gedanken zu „Amazon-Ansiedlung ist eine großartige Chance für Winsen!“

  1. Ja, genau, endlich ergreift Ihr die großartige Chance, den gesamten Osten der Stadt final zu ruinieren: OHE Verladeplatz mit 200 Lkw-Bewegungen am Tag und unzähligen Bahnfahrten zu Nachtzeiten, die Fa. Ruhl am Nettelberg mit Gleisanschluss und Portalkran (damit die Züge auch endlich in höherer Frequenz quer durch die Stadt rollen), jetzt noch Amazon mit noch mehr Lkw-Bewegungen und zusätzlich dem Autoverkehr der Angestellten … dazu eine völlig verschandelte Landschaft, zu deren Abrundung nur noch ein paar schöne Windräder fehlen: Schafft man so ein lebenswertes, liebenswertes (Wohn-)Umfeld? Wann begreift Ihr endlich, dass es Klasse statt Masse sein müsste, damit Winsen gegenüber Lüneburg punkten könnte. Ich kann nur noch fassungslos Staunen …

  2. Liebe Frau – äh. Anwohnerin des Moorweges,

    zunächst mal vielen Dank für Ihre Meinung zu dem Thema, die offensichtlich deutlich von unserer abweicht.

    Jede Gemeinde hätte am liebsten emissionsfreie, sichere Gewerbebetriebe, die keinen Verkehr verursachen und dabei noch viele gut bezahlte Arbeitsplätze anbieten. Davon gibt es aber nicht viele und die anderen müssen auch irgendwo hin.

    Wir werden uns da wahrscheinlich nicht einig werden, aber unsere Auffassung ist: Wenn Winsen nicht zu einer reinen Schlaf- und Auspendlerstadt verkommen soll, dürfen wir Chancen, hier Betriebe anzusiedeln, die Arbeitsplätze schaffen und über Steuern letztlich auch die ganzen Annehmlichkeiten der „familienfreundlichen Stadt“ finanzieren können, nicht vergeben. Es ist letztlich immer eine Frage der Abwägung und wir Freien Demokraten sehen immer erstmal die Chancen, die sich uns bieten Bei der konkreten Umsetzung wollen wir natürlich die verkehrliche Situation möglichst konfliktarm lösen. Deshalb sind wir auch schon seit Jahrzehnten für die Ortsumfahrung für Luhdorf UND Pattensen eingetreten. Die wird jetzt notwendiger denn je.

    Mit herzlichen Grüßen
    Nino Ruschmeyer, Ratsherr

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