SPD fordert Parkhausbau für Betriebe auf Kosten der Stadt

parken„Das Krankenhaus ist einer der größten Arbeitgeber in Winsen, sodass seitens der Stadt eine Mitfinanzierung zu prüfen ist.“

So wird Benjamin Qualmann, SPD-Fraktionsvorsitzender zum derzeit diskutierten Parkplatzchaos am Krankenhaus im Wochenblatt zitiert.

Wir finden: Ein doch recht interessanter Standpunkt, der tief blicken lässt. Vielleicht verrät Herr Qualmann den Bürgern ja dann irgendwann auch noch, inwiefern es eigentlich Arbeitsplätze kosten würde, wenn sich die unbestritten miese Parksituation rund ums Krankenhaus nicht bessert.

Bis dahin fragen wir uns, ob die Stadt dann auch demnächst Firma Feldbinder ein Parkhaus schenken soll. Auch dieser wichtige Arbeitgeber möchte ja sein Gelände bestimmt möglichst effizient nutzen, genau wie diverse andere wichtige Arbeitgeber in der Stadt!

Mal im Ernst: Ja, die Parkplätze rund ums Krankenhaus sind ein Problem! Ja, da ist dringendAbhilfe nötig!

Nur ist das Krankenhaus eben kein Betrieb der Stadt. Die Stadt Winsen ist nicht dafür zuständig, das die Mitarbeiter sämtlicher Winsener Betriebe bequem parken können und genau so wenig ist es Aufgabe der Stadt, den ansässigen Betrieben Kundenparkplätze zu organisieren.

Das müssen die schon selbst tun – und das gilt selbstverständlich auch für Betriebe in Eigentümerschaft des Landkreises. Wir können uns nicht vorstellen, dass die SPD das ernsthaft grundlegend anders sieht.

Überhaupt: Wie kommt man eigentlich auf die Idee, dass wenn man schon meint, so etwas öffentlich finanzieren zu müssen, als erstes die Stadt und nicht der Kreis Steuergeld fließen lassen müsste?

Aufgabe der Stadt ist es hier natürlich, praktikable Lösungen wohlwollend zu unterstützen und ihnen keine bürokratischen Hürden in den Weg zu legen. Und auch die Politik sollte sich hier offen und praxisorientiert zeigen, wenn Vorschläge auf dem Tisch liegen. Die Finanzierung solcher Lösungen haben im städtischen Haushalt dagegen absolut nichts zu suchen!

Aber vielleicht ist es in einem Wahljahr auch ein bisschen zuviel verlangt, verantwortungsvolle Kommunalpolitik statt mit fremder Leute Geld um sich werfende Sozialdemokraten zu erwarten? Traurig!