Bildung ist Zukunftsvorsorge

Gerade bei den Ausschreibungskriterien der Kinderbetreuung konnten wir durchsetzen, dass unsere Kindergärten ein effizientes und trotzdem kindergerechtes Vorschulbildungssystem erhalten.

Uns hat nicht gereicht, dass die Betreuung lediglich ein Aufbewahren der Kinder beinhaltete, um Eltern ihre berufliche Tätigkeiten zu ermöglichen. Ein deutlicher quantitativer Ausbau der

Kinderbetreuungsangebote konnte ebenfalls erreicht werden. Ein entsprechendes Ausbauprogramm für immerhin 3 Millionen Euro wurde von der FDP Fraktion vorbereitet und bereits im Jahr 2008 beschlossen. Auch Sprachförderangebote im Sinne einer frühkindlichen Bildung hat die FDP immer wieder gefordert und auch mit Erfolg in die Ausschreibungskriterien des Betriebs der Einrichtungen eingebracht.

Betreuung mit Bildungsanspruch statt bloßer Kinderaufbewahrung

Da jedoch seither auf dieses bereits sehr ambitionierte Programm nach dem Motto “wer bietet mehr” von allen anderen Akteuren im Rat wahllos und ungeachtet der massiv wachsenden Kosten enorm draufgesattelt wurde, hat das Thema Kinderbetreuung in Winsen mit verantwortlicher Politik inzwischen nicht mehr viel zu tun. Mittlerweile liegen die Kosten der Kinderbetreuung (die Unterdeckung) bei rund acht Millionen Euro, die von der Allgemeinheit getragen werden.

Wäre man den Wünschen von SPD und Grünen gefolgt, flächendeckend Horte einzurichten, sähe die Bilanz noch viel erschreckender aus. Von einem Angebot des Landes gelockt, haben wir deshalb gemeinsam mit der CDU die Ganztagsschule auf den Weg gebracht, um die Nachmittagsbetreuung halbwegs finanzierbar zu gewährleisten. Dabei mussten wir wieder einmal feststellen, dass nicht einmal hierfür das Land die Kosten deckt und uns gleichzeitig anhören, dass das im Wesentlichen vom Land definierte Angebot immer noch nicht ausreichen soll.

Insgesamt hat die Landespolitik an der katastrophalen Bilanz im Betreuungsbereich maßgeblichen Anteil, denn sie hat die Winsener Politik nicht nur bei der Ganztagsschule immer wieder mit Versprechungen gelockt und dann im Regen stehen lassen.

Das Land kommt seiner Verantwortung in der Finanzierung immer noch nicht nach!

Eine dritte Kraft in Krippengruppen wurde vom Land für notwendig gehalten und die Finanzierung in Aussicht gestellt, dann aber doch den Kommunen überlassen. Auch die Finanzierung der Schulsozialarbeit wälzt das Land auf die Kommunen ab.

Bei aller Kritik an dem insgesamt konzeptlosen Ausbau der Kinderbetreuung haben wir allerdings auch erkannt, dass nach wie vor Kinderbetreuer eigentlich noch zu gering entlohnt werden. Das Gejammer der Kommunen im Jahr 2015, wovon die angemessenen Tariferhöhungen getragen werden sollten, halten wir bis zu einem gewissen Grade für Heuchelei. Wer arbeitet muss auch davon leben können und zwar besonders dann, wenn es sich um so verantwortungsvolle Tätigkeiten wie die Kinderbetreuung handelt.

Folgende Prämisse zieht sich durch unser Programm: Bevor man Menschen einstellt, muss man sich Gedanken darüber machen, wie man sie anständig bezahlt – sonst darf man sie nicht einstellen.

Gleichzeitig haben wir erkannt, dass das Berufs- und Familienbild sich gewandelt hat. Dass viele Familien sich schon heute nicht mehr in der Lage sehen, die Kinderbetreuung aus eigener Kraft zu bewerkstelligen und mit einem auskömmlichen Arbeitsleben in Einklang zu bringen, erkennen wir an. Deshalb haben wir auch versucht im Rahmen des Möglichen eine Mehrbelastung von Familien mit Kindern zu verhindern.

Da unser Vorschlag zur Gegenfinanzierung durch Wiedereinführung der Straßenausbaubeitragssatzung vom Rat abgelehnt wurde, sind die durch die Tariferhöhung entstehenden Mehrausgaben teilweise auf die Eltern umgelegt worden.

Alles dafür tun, dass Kinder bei der Einschulung die deutsche Sprache sprechen und verstehen

Ziel dieses Bildungssystems muss es weiter sein, dass alle Kinder, die mit 6 Jahren eingeschult werden, wenigstens so gut deutsch sprechen und verstehen, dass sie überhaupt in der Lage sind, an dem Grundschulunterricht chancengleich und erfolgreich teilnehmen zu können.

Es kann und darf nicht länger hingenommen werden, dass in einigen Grundschulklassen mehr als die Hälfte der Kinder wegen sprachlicher Schwierigkeiten überhaupt nicht am eigentlichen Fachunterricht teilnehmen können. Die Zeit, jetzt in diesen Bereichen die erforderlichen Schritte einzuleiten ist günstig, denn aufgrund der allgemeinen Bevölkerungsentwicklung ist zu erkennen, dass jetzt vorhandene Kindergartenplätze frei werden und so die frei werdenden baulichen Kapazitäten für neue Aufgaben genutzt werden können.

Winsen zum Musterbeispiel bei vorschulischer Bildung machen!

Winsen war führend bei der Umsetzung der Verpflichtung Kindergartenplätze für alle Kinder

einzurichten. Winsen soll auch wieder führend sein, wenn es um die vorschulische Bildung unserer Kinder geht.

Die Stadt hat die Aufgabe, nach einer Grundschule mit kurzen Wegen für die Schüler ein Schulsystem vorzuhalten, in dem jedes Schulkind seinen Leistungen entsprechend gefördert wird.

Die Diskussion in Winsen hat gezeigt, dass gerade die großen Parteien die Schulsystemfrage aus ideologischen Gesichtspunkten betrachten. Während die Winsener CDU neben dem dreigliedrigen Schulsystem keine Alternativen dulden wollte, haben sich Sozialdemokraten immer für eine Einheits-Gesamtschule “für alle” ausgesprochen.

Die ideale Schule für jeden statt einer Schule für alle.

Die Winsener FDP dagegen freut sich, dass ein Nebeneinander beider Systeme in Winsen möglich ist und hat sich rechtzeitig in enger Zusammenarbeit mit der Kreistagsfraktion darum bemüht, eine Gesamtschule in Winsen durchzusetzen. Die Winsener Liberalen sind froh, dass dies auf Kreisebene gemeinsam mit der CDU – gegen ausgerechnet den Widerstand der Winsener Christdemokraten gelungen ist. Wir sehen die zusätzliche Wahlmöglichkeit als Bereicherung der Schullandschaft in Winsen. Die Bürger, nicht die Politiker sollen auch künftig entscheiden können, welche Schulform für ihr Kind die beste ist.

Schulen müssen verstärkt Medienkompetenz vermitteln. Alte und neue Medien müssen sinnvoll integriert werden. Vom Land Niedersachsen muss dazu neben der Bereitstellung von Kapazitäten für die Pflege der Netze weiterhin auch die Schulung des Lehrpersonals für den Einsatz moderner Lehr- und Lerntechnologien gefordert werden. Ständiges Bemühen der FDP wird weiter die Sicherstellung der Lehrerversorgung sein.
Durch unser Mitwirken konnte erreicht werden, dass es in ganz Niedersachsen keine Zusammenlegung von Abschlussklassen mehr gibt. Dadurch können die Schüler in dem ihnen vertrauten Umfeld bleiben und müssen sich nicht kurz vor Schluss wieder umgewöhnen.