Freifunkende Freidemokraten

freifunk-winsenEigentlich wollte der FDP-Ortsverbandsvorsitzende Jan Filter auf dem „Liberalen Donnerstag“ der FDP Winsen, der an jedem ersten Donnerstag im Monat im „Laterna Magica“ stattfindet, nur ganz grob das Konzept „Freifunk“ vorstellen. Am Ende des Abends hatten die Freidemokraten dann plötzlich die Freifunker-Initiative Winsen spontan gegründet: Das Freifunk-Konzept überzeugt offenbar!

„Wir wollen ehrenamtlich ein offenes Kommunikationsnetz schaffen, das für jeden frei zugänglich ist,“ erklärt Filter die Vision der Freifunker-Bewegung, die bundesweit mittlerweile 40.000 Zugangspunkte betreibt, über die völlig kostenlos und barrierefrei das Internet und andere drahtlose Dienste genutzt werden können. Das leidige Thema Störerhaftung, dass die Verbreitung offener WLAN-Netze in Deutschland normalerweise zu einem riskanten Unterfangen macht, spielt für den Freifunk dabei keine Rolle, da technisch nicht das eigene WLAN, sondern eben Freifunk öffentlich zur Nutzung angeboten wird.

Während die Freifunker in vielen Gemeinden um Winsen herum schon länger sehr aktiv sind, ist Winsen bisher ein weißer Fleck auf der Landkarte der offenen Netzwerke. Fast jedenfalls: seit gut zwei Wochen steht bei Filter zuhause am Hoopter Sportplatz nun wenigstens ein erster Winsener „Knoten“ – so nennen Freifunker ihre Access-Points – und ermöglicht Zuschauern von Fußballspielen kostenlosen Internetzugang.

Und nun hat sich spontan aus den beim FDP-Stammtisch anwesenden Freidemokraten ein kleiner Kreis von Freifunk-Fans gefunden, der sich noch am selben Abend auf die Fahne geschrieben hat, die Freifunk-Idee überall in Winsen zu verbreiten und vor allem in der Innenstadt für den Aufbau von Freifunk-Netzen zu sorgen. Und die freifunkenden Freidemokraten legen gleich ordentlich los, wie Filter anmerkt: „Wir werden in den nächsten Wochen einfach mal ein wenig Klinkenputzen kommen bei den Winsener Geschäftsleuten. Insbesondere für die hiesige Gastronomie ist das doch interessant – und wenn genügend Andere auch mitmachen, haben wir vielleicht bald eine komplett vernetzte Innenstadt!“

Wer Interesse am Freifunk-Projekt in Winsen hat, ist herzlich eingeladen, mitzumachen. Dazu muss man vor allem die Idee freier Netze gut finden und sie verbreiten wollen. „Technik-Profis sind natürlich herzlich willkommen aber man muss wirklich kein Nerd sein, um Freifunk zu begreifen oder mitzumachen,“ findet Johanna Fast, frischgebackene FDP-Ratsfrau.

Als erste Anlaufstelle für Winsener Freifunk-Interessierte wurde eine Facebook-Gruppe gegründet, die unter fb.com/groups/freifunkwinsen/ erreichbar ist. Kontakt zu den Winsener Freifunkern ist auch über die E-Mail-Adresse freifunk@winsener.net oder telefonisch unter 015778953700 möglich.