Winsener Liberale erfreut über Zuwachs in der Fraktion

Winsener Liberale erfreut über Zuwachs in der Fraktion

 „Wir haben großen Respekt vor der Entscheidung von Tobias Müller, sich aus der Kommunalpolitik zurückzuziehen“, sagt FDP Fraktionsvize Nino Ruschmeyer. Bei allen Meinungsverschiedenheiten über inhaltliche Fragen stelle man fest, dass er den Vorsitz des Finanzausschusses fachlich kompetent ausgefüllt habe. An Spekulationen über die Gründe seines Rückzuges wolle man sich nicht beteiligen. Man wünsche ihm für die gewonnene Freizeit alles Gute.

 Gleichzeitig bestätigen die Liberalen die Meldung, dass Wilfried Rieck für Müller in den Stadtrat nachrückt, und sich ihrer Fraktion anschließt. Fraktionsvorsitzender Lubina gratulierte dem neuen Ratsherrn und bekräftigte, er freue sich auf eine Gute Zusammenarbeit in der nunmehr auf vier Mitglieder erstarkten Fraktion.

 Rieck, der die Freien Winsener mitgegründet hatte und lange deren zweiter Vorsitzender war, hatte nach Meinungsverschiedenheiten mit deren Vorsitzenden Oliver Berten seinen Austritt aus der Wählergemeinschaft erklärt und war dann zu den Liberalen gestoßen: „Sofort nach meinem Rückzug aus den Freien Winsenern habe ich eine Möglichkeit gesucht, mich weiterhin kommunalpolitisch zu betätigen. Nach mehreren Gesprächen, habe ich mich für eine Mitgliedschaft in der FDP entschieden, da dort meine persönlichen Ansichten mit den politischen Ansichten des Ortsverbandes, auf kommunalpolitischer Ebene,  am meisten übereinstimmten. Endlich konnte man in freundlicher Atmosphäre Probleme ausdiskutieren, ohne Angst haben zu müssen, bei konstruktiver Kritik und anderer Meinung als der Vorsitzende, gleich als „Störer des Friedens“ bezeichnet zu werden.“, erklärt das frischgebackene Fraktionsmitglied. Konstruktive Sachpolitik im Sinne der Bürger gehe ihm vor Parteiengeklüngel – diese Haltung finde er auch bei den Winsener Liberalen wieder. Er sehe mit Freude auf die vor ihm liegenden Aufgaben und wolle sich auch nicht als „Racheengel“ gegen die Freien Winsener positionieren.

 Es ist das zweite Mal in der laufenden Wahlperiode, dass sich die Mehrheitsverhältnisse im Rat ändern. Zuletzt hatte der Übertritt Björn Hubers von der Linken zu den Freien Winsenern dafür gesorgt, dass die Wählergemeinschaft zu Lasten der CDU einen zusätzlichen Sitz in den Fachausschüssen erhielt. Dies werde jetzt wieder rückgängig gemacht. Parallelen zu den damaligen Vorgängen sehen die Liberalen aber nicht: „Wir haben Wilfried Rieck nicht bearbeitet zu uns zu kommen um so ein zusätzliches Ratsmandat zu erringen, sondern vor seinem Parteibeitritt intensive Gespräche geführt und festgestellt, dass wir eine liberale Grundhaltung teilen.“, sagt Ortsverbandsvorsitzender Nino Ruschmeyer. Im Gegensatz zu Huber könne Rieck außerdem ein solides Direktstimmenergebnis vorweisen, so dass es legitim sei, wenn er sich frei derjenigen Fraktion anschließe, der er inhaltlich am nächsten stehe.

 Es stehen nun eine Reihe von Entscheidungen an, die die jetzt aus vier Mann bestehende Fraktion in einer Dringlichkeitssitzung am Dienstag fällen will. So werden die Liberalen die interne Ausschussverteilung verändern und einen Ausschussvorsitzenden bestellen müssen. Dass Wilfried Rieck den Bauausschuss von Nino Ruschmeyer übernehmen wird, gilt dabei als bereits gesichert. Die übrige Ausschussverteilung wird in der Fraktionssitzung am 16. Juni entschieden.

Nino Ruschmeyer, Ortsverbandsvorsitzender und Erich Lubina, Fraktionsvorsitzender